Selling online
Der ultimative Guide zu internationalen Steuern für digitale Produkte
Versteh die Regeln zu Umsatzsteuer, GST und Sales Tax beim weltweiten Verkauf digitaler Produkte. Und wie Easytools dir die globale Steuer-Compliance abnimmt.

Steuern weltweit - der Creator-Guide zum globalen Verkauf digitaler Produkte
Du kennst sicher den berühmten Satz: “Nichts ist gewiss außer dem Tod und den Steuern.” Schwer zu widersprechen, oder? Steuern sind… überall.
Und während jede ihren Zweck hat, trifft eine besonders unseren Geldbeutel: die Verbrauchsteuer. Sie gilt fast weltweit, und obwohl sie theoretisch den Kunden belastet, liegen Berechnung und Abführung in der Praxis bei dir als Creator.
Genau darum geht es hier, denn du musst diese Steuer auf deine Produkte und Leistungen aufschlagen (oder besser: Easytools erledigt das automatisch für dich).
Sehen wir uns an, wie das in der Praxis läuft - und ob es wirklich etwas zu fürchten gibt!
Digitale Produkte und Leistungen
Klären wir zuerst, was digitale Produkte überhaupt sind, denn die Art deines Produkts oder deiner Leistung bestimmt, welche Steuer anfällt.
Es gibt keine einheitliche, universelle Definition. Jedes Land, teils sogar einzelne Bundesstaaten, Bezirke oder Gemeinden, hat eine eigene Vorstellung davon, was als digitales Produkt gilt.
Trotzdem sind einige Merkmale den meisten Definitionen gemeinsam. Grob gesagt ist ein digitales Produkt:
- Inhalt oder Leistung, die über das Internet ausgeliefert wird - oft per E-Mail, als Download von einer Website oder als Zugang nach dem Login auf einer Plattform,
- ein Produkt, das in digitaler Form existiert und von einem Creator in einem digitalen Umfeld geschaffen wurde.
💡 Der Begriff “digitales Produkt” ist schwer zu fassen - er verändert sich laufend. Täglich entstehen neue Lösungen, und die Technik entwickelt sich rasant. Was heute nicht unter die Definition fällt, kann morgen ein digitales Produkt sein.
Digitale Produkte sind untrennbar mit Technik verbunden - ohne digitales Umfeld gäbe es sie nicht. Ein weiteres wichtiges Merkmal taucht in manchen Definitionen auf, etwa in der Europäischen Union oder in Großbritannien: Die Auslieferung eines digitalen Produkts muss automatisiert erfolgen und darf nur minimalen menschlichen Aufwand erfordern.
💡 Seit Januar 2025 behandelt die EU live gehaltene Online-Kurse ähnlich wie On-Demand-Produkte. Diese Trennung verliert also an Bedeutung, und die Einordnung von Produkten und Steuersätzen wird einheitlicher.
Hier eine Liste der bekanntesten digitalen Produkte:
- E-Books,
- Bilder, Illustrationen, Grafiken - zum Download oder automatisch per E-Mail,
- Videospiele - zum Download und online,
- Online-Kurse und E-Learning-Materialien,
- Abos - Dienste mit Zugang zu Inhalten oder Werkzeugen im Abo, etwa Netflix oder Spotify,
- Software, darunter SaaS (Software-as-a-Service), PaaS (Platform-as-a-Service) und IaaS (Infrastructure-as-a-Service),
- Vorlagen und Themes - fertige Designs für Websites, Präsentationen oder Dokumente,
- Musik - Titel zum Download oder Streaming auf Musikplattformen,
- Websites und Webhosting-Leistungen.
Sieh diese Liste nicht als “in Stein gemeißelt”. Software ist zum Beispiel in 25 US-Bundesstaaten steuerpflichtig, in 7 davon nur, wenn der Kunde sie herunterladen muss. Manche Staaten sehen Software als Dienstleistung, andere als Produkt. In Hawaii wird sie als Dienstleistung besteuert, weil Dienstleistungen dort grundsätzlich steuerpflichtig sind. In Florida hingegen, wo Dienstleistungen nicht besteuert werden, gilt sie ebenfalls als Dienstleistung - und bleibt damit steuerfrei.
💡Zum Glück musst du dich mit Easytools nicht darum kümmern: Du gibst deine Produktkategorie an, und wir sorgen dafür, dass im jeweiligen Steuergebiet der richtige Satz greift. Und davon gibt es unzählige!

Warum sollten digitale Creator sich für die Verbrauchsteuer interessieren?
Die Verbrauchsteuer ist ein Thema, das du als digitaler Creator nicht ignorieren kannst. Wir leben in einer Zeit, in der der Verkauf digitaler Produkte keine Grenzen kennt. Du kannst weltweit verkaufen, solange dein Kunde Internet hat. Und du musst, egal ob du E-Books, Online-Kurse, Musik, Grafiken oder Software anbietest, den passenden Steuersatz nach den geltenden Vorschriften berechnen.
Steuern lösen oft Angst aus. Viele sehen sie als notwendiges Übel. Dabei geht es im Kern nur darum, den richtigen Satz zu berechnen - falls überhaupt einer anfällt - und das eingenommene Geld an die zuständige Behörde abzuführen. Anders als die Einkommensteuer, die sich am Verdienst orientiert, richtet sich die Verbrauchsteuer danach, was Menschen ausgeben (und wo sie sind), nicht danach, wie viel du verdienst.
Und der Satz? Er hängt meist vom Standort deines Kunden ab, aber keine Panik. Was auf den ersten Blick komplex wirkt, ist es nicht! Es gibt viele Lösungen, die dir helfen. Zahlreiche Systeme berechnen den passenden Satz automatisch anhand des Kundenstandorts.
📢 Digitale Produkte sind eine junge, schnell wachsende Branche, die Staaten zwingt, ihre Vorschriften regelmäßig anzupassen. Jahrelang haben viele Länder diesen Bereich ignoriert, bis sie merkten, dass ihnen erhebliche Einnahmen entgehen. Also kamen Regeln, nach denen die Steuer des Kundenlands aufzuschlagen und dort abzuführen ist.
Ein möglicher Ausweg ist ein sogenannter Merchant of Record (MoR) - ein Unternehmen, das deine Produkte im eigenen Namen verkauft, auf Rechnungen und Belegen erscheint und sich um Compliance und Steuern kümmert. Klingt ideal?
Leider ist das nicht für alle ideal. Für manche Unternehmen hat ein MoR Vorteile, für digitale Creator bringt er oft zusätzliche Probleme und ist deutlich teurer, als die Steuern selbst zu regeln. Außerdem fallen typische Creator-Produkte wie Kurse oder E-Books häufig gar nicht in den Katalog eines MoR, weil diese sich stärker auf SaaS und Software konzentrieren.
Mehr zum Thema MoR liest du in diesem Artikel.
Zum Glück kannst du als weltweit tätiger Creator deine Steuern selbst regeln (mit unserer Hilfe), ganz ohne Merchant of Record wie Paddle, Gumroad oder Lemon Squeezy. Ein grundlegendes Verständnis dieser Steuern lohnt sich aber. Genau dafür haben wir diesen Guide geschrieben: um Zweifel auszuräumen und komplexe Steuerthemen zugänglicher zu machen! 🙂
Was ist die Verbrauchsteuer?
Die Verbrauchsteuer begleitet uns auf Schritt und Tritt - beim Lieblingskaffee, beim Einkauf, bei einer Reise, einem E-Book oder einem Netflix-Abo. Wir alle sind ihre “Opfer”: Fast jede Transaktion unterliegt einer Form von Verbrauchsteuer, und ihre Höhe hängt vom Satz und vom Produktpreis ab.
Verbrauchsteuern treten je nach Land in verschiedenen Formen und unter verschiedenen Namen auf. Du begegnest der Mehrwert- beziehungsweise Umsatzsteuer (VAT, Value Added Tax), die in der EU verbreitet ist, der GST (Goods and Services Tax) in Australien, Kanada oder Singapur und der Sales Tax in den USA. Regeln und Sätze unterscheiden sich, doch ihr Ziel ist dasselbe: den Verbraucher beim Kauf zu belasten.
Für dich als digitalen Creator ist die Verbrauchsteuer entscheidend. Ob du E-Books, Online-Kurse oder Software verkaufst - du musst sie aufschlagen. Anschließend führst du als Vermittler das eingenommene Geld an die Finanzbehörden ab. Wie du dir das erleichterst, erfährst du gleich. Aber zuerst…
Sehen wir uns VAT, GST und Sales Tax genauer an! Vorher klären wir noch, was ein Steuergebiet ist, denn es bestimmt, welche Regeln und Sätze für deine Transaktionen gelten. Los geht’s! 🙂
Steuergebiet - was ist das und warum ist es wichtig?
Ein Steuergebiet ist ein Raum mit eigenen Steuervorschriften. Jeder Ort kann eigene Regeln haben: eigene Sätze festlegen, entscheiden, welche Produkte steuerpflichtig, befreit oder mit null besteuert sind, Registrierungsschwellen bestimmen und so weiter.
Steuergebiete legen fest:
- Steuersätze - wie viel Steuer anfällt,
- Arten von Produkten und Leistungen - welche steuerpflichtig, befreit oder mit null besteuert sind,
- Registrierungsschwellen - ab welchem Umsatz du dich steuerlich registrieren musst,
- Abgabefristen - wie oft du Erklärungen einreichst.
Was heißt das für dich?
Als Creator musst du die Steuervorschriften in jedem Land einhalten, in dem deine Kunden sitzen - nicht nur dort, wo dein Unternehmen gemeldet ist. Verkaufst du E-Books oder Online-Kurse an Kunden in Spanien, Finnland und Alaska, gelten für dich die Regeln jeder dieser Regionen. Das heißt vor allem: Steuer nach dem Land des Käufers berechnen, einziehen und dort abführen.
💡Zum Glück hilft dir Easytools dabei! Aktivierst du Easybilling, berechnen wir die Steuer automatisch im Checkout und stellen dir einen Bericht bereit, mit dem du oder dein Steuerberater die Erklärung erstellt.

💡Du kannst auch auf empfohlene Dienstleister zurückgreifen, die dich umfassend bei Registrierung und Steuererklärung in den Ländern unterstützen, in denen du Schwellen überschreitest.
Warum ist das wichtig?
Wer die Vorschriften nicht einhält, riskiert Bußgelder und rechtliche Probleme. Registrierst du dich nicht rechtzeitig und berechnest deinen Kunden keine Steuer, und die Behörde prüft dein Geschäft, musst du nicht nur nachzahlen, sondern auch Zinsen tragen. Dazu können Geldbußen kommen. Wer die örtlichen Vorschriften kennt und anwendet, erspart sich diesen Ärger.
💡 In der Praxis geben viele Unternehmen offen zu, keine Steuern gezahlt zu haben, obwohl sie astronomische Umsätze erreichen (im dreistelligen Millionenbereich). Kürzlich wurde eines für 500 Millionen Dollar verkauft, während seine steuerlichen Fragen völlig ungeklärt waren. Es stimmt, dass Staaten ihre Forderungen derzeit nicht aggressiv durchsetzen, gerade bei kleinen Creatorn (manche verzichten sogar auf Kleinbeträge). Das heißt aber nicht, dass sich das System in den kommenden Jahren nicht verschärft. Wenn du dich noch nicht darum gekümmert hast, musst du jetzt nicht in Panik verfallen - aber du solltest es künftig angehen, zumal die Möglichkeiten, Online-Transaktionen zu prüfen, laufend zunehmen.
Es ist nicht so schwer, wie es scheint 🙂 In vielen Steuergebieten, etwa in den USA, gibt es hohe Registrierungsschwellen, die man kaum überschreitet. In Europa meldest du dank VAT OSS (One-Stop-Shop) Umsätze aus 27 EU-Ländern mit einer einzigen Quartalserklärung. Dazu kommen Werkzeuge, die dir bei der Steuer helfen - von der Berechnung über den Einzug bis zur korrekten Rechnung. Auch Easytools unterstützt dich dabei!
Jetzt ins Detail!
Du hast jetzt ein Grundverständnis von Steuergebieten und den Folgen, wenn du Steuern nicht berechnest und abführst. Sehen wir uns die konkreten Steuerarten an, die dein Business betreffen können: VAT, GST und Sales Tax.
Was ist VAT (Value-Added Tax)?
VAT, also die Mehrwertsteuer, steckt in jeder Transaktion. Was heißt das genau? Der Mehrwert ist die Differenz zwischen dem Preis, zu dem du ein Gut oder eine Leistung verkaufst, und deinen Herstellungskosten. Kurz: VAT fällt auf jeder Stufe an, auf der ein Produkt an Wert gewinnt.
💡Stell dir vor, du schreibst ein E-Book. Du beauftragst eine Grafikerin für professionelle Illustrationen und ein Cover. Durch ihre Arbeit wird dein E-Book attraktiver, und du kannst es teurer verkaufen. Genau diese Wertdifferenz ist der Mehrwert.
Als digitaler Creator schlägst du die VAT auf den Endpreis auf, den dein Kunde zahlt. Letztlich zahlt er die Steuer, du musst sie aber melden und abführen. VAT ist, anders als manche behaupten, für Unternehmen nicht neutral. Sie erhöht den Produktpreis und wirkt damit auf deine Conversion. Es besteht ein deutlicher Zusammenhang: Je höher die Steuersätze, desto weniger verdient der Creator.

Aber es gibt gute Nachrichten. Die VAT, die du auf früheren Stufen deiner Produktion gezahlt hast, kannst du von der VAT abziehen, die du von deinen Kunden einnimmst. Erinnerst du dich an die Grafikerin? Du hast eine Rechnung bekommen und VAT gezahlt? Diese gezahlte Steuer heißt Vorsteuer. Die VAT, die deine Kunden zahlen, ist die Umsatzsteuer. Am Ende des Meldezeitraums ziehst du die Vorsteuer von der Umsatzsteuer ab und führst die Differenz ab.
VAT gilt in vielen Steuergebieten weltweit, darunter:
- Europäische Union
- Vereinigtes Königreich
- Norwegen
- Schweiz
- Bosnien und Herzegowina
- Island
- Argentinien
- Chile
- Ecuador
- Thailand
- Vietnam
- Vereinigte Arabische Emirate
Die Sätze unterscheiden sich je nach Land und reichen in der EU von 17 % bis 27 %. In der Schweiz, die nicht zur EU gehört, liegt der Normalsatz bei 7,7 %.
Was ist GST (Goods and Services Tax)?
GST ähnelt der VAT stark, denn auch sie ist eine Verbrauchsteuer. Die Last trägt (theoretisch) der Verbraucher, nicht das Unternehmen. Du als Verkäufer bist Vermittler: Du berechnest die Steuer, ziehst sie von deinen Kunden ein und führst sie zum festgelegten Satz an die Behörde ab.
Aktuell gilt GST in 8 Ländern weltweit:
- Australien
- Kanada
- Indien
- Malediven
- Malaysia
- Neuseeland
- Papua-Neuguinea
- Singapur
Natürlich unterscheiden sich die Sätze: In Australien liegt die GST bei 10 %, in Neuseeland bei 15 %.
Der Vorsteuerabzug funktioniert ähnlich wie bei der VAT - Unternehmen können die GST abziehen, die sie beim Einkauf für ihren Betrieb gezahlt haben. Dafür musst du allerdings bestimmte Bedingungen erfüllen. Die australische GST etwa kannst du nur abziehen, wenn du dich im normalen und nicht im vereinfachten Verfahren registrierst.
GST, HST, PST, QST und RST: die Verbrauchsteuern Kanadas
Die GST ist eine bundesweite Verbrauchsteuer in ganz Kanada. Dazu führen einige Provinzen eigene Steuern ein. Zum Beispiel die PST (provincial sales tax) mit Sätzen von 7 % bis 10 %. Manche Provinzen erheben PST, andere haben eigene Varianten. Québec hat die Quebec Sales Tax (QST), Manitoba eine retail sales tax (RST).
Die Sätze in Kanada sind uneinheitlich. Die 5 % GST gelten in Alberta, British Columbia, Manitoba, Québec, Saskatchewan und Yukon. In Ontario greift eine HST von 13 %, in New Brunswick, Neufundland und Nova Scotia sind es 15 %.
Die Provinzen lösen diese Doppelbesteuerung auf zwei Wegen:
- kombinierte Steuer - fünf Provinzen haben GST und lokale Steuern zur HST zusammengeführt, es gibt also einen einzigen, vereinfachten Satz;
- getrennte Steuer - in manchen Provinzen kommt neben der GST die genannte PST, QST oder RST dazu; jede hat eigene Registrierung und eigene Erklärung.
Was ist Sales Tax?
Die Sales Tax in den USA ist eine Verbrauchsteuer, die beim Endkauf durch den Verbraucher anfällt. In den USA gibt es keine bundesweite Sales Tax. Stattdessen legt jeder Bundesstaat und jede lokale Behörde eigene Regeln und Sätze fest. Und davon machen sie gern Gebrauch.
Das Ergebnis: über 12.000 Steuergebiete. Ja, richtig gelesen - ZWÖLFTAUSEND! Das macht die Einhaltung kompliziert. Aber nur scheinbar! Gleich erklären wir, was Steuerschwellen sind und warum wir sie lieben 🙂 Zurück zu den Steuern.
In den USA erheben 45 Bundesstaaten und der District of Columbia eine Sales Tax auf Staatsebene, 5 Staaten gar keine. Das sind:
- Alaska
- Delaware
- Montana
- New Hampshire
- Oregon
38 Staaten haben zusätzlich eine lokale Sales Tax. Die Steuer hat dann mehrere “Ebenen” - staatlich und lokal. Daraus ergeben sich Sätze von 0 % bis zu 12 %!
💡Gut zu wissen: Die meisten Staaten arbeiten nach dem Bestimmungslandprinzip, richten sich also nach dem Standort des Kunden. Einige wenige gehen nach dem Ursprungsprinzip vor - dann gilt der Satz an deinem Geschäftssitz.
In einigen Staaten sind digitale Produkte grundsätzlich nicht steuerpflichtig, etwa in Florida, Illinois, Massachusetts oder Michigan. Vorsicht ist trotzdem geboten: Michigan und Massachusetts besteuern Videospiele und Software, wenn sie heruntergeladen werden.
Puh, kompliziert genug, oder? Jetzt kommt der beste Teil.
Warum du Steuerschwellen lieben wirst
Steuerschwellen sind für digitale Creator ein echter Rettungsanker. Dank ihnen kannst du in den meisten Steuergebieten deinen Kunden gar keine Steuer berechnen. Klingt gut, oder? Sehen wir genauer hin!
Eine Steuerschwelle ist der Umsatz, den du in einem Land überschreiten musst, damit die Pflicht zur steuerlichen Registrierung greift.
Erst dann musst du die passende Steuer berechnen (auf die folgenden Transaktionen), von deinen Kunden einziehen und an die Behörden abführen. Erreichst du den Betrag nicht, musst du dich um keine Steuer kümmern!
Das bedeutet einerseits weniger “Papierkram” und andererseits, dass deine Kunden weniger zahlen. Damit hast du wirklich wettbewerbsfähige Preise und bessere Verkaufschancen.
Steuerschwellen in den USA und Kanada
In den USA sind die Schwellen recht hoch. Üblich sind 200 Transaktionen oder 100.000 $ Umsatz im vergangenen oder laufenden Kalenderjahr. In manchen Staaten liegen die Grenzen noch höher - in Kalifornien bei 500.000 $! Jeder Staat setzt sie eigenständig, ein Überschreiten ist also kein Selbstläufer.
Überschreitest du die Schwelle, musst du dich in diesem Staat registrieren und wirst für den Einzug der Sales Tax verantwortlich. Dieses Phänomen heißt “Nexus”, genauer “economic nexus”, weil es an deine wirtschaftliche Tätigkeit anknüpft. Praktisch heißt Nexus, dass dein Geschäft eine so enge Verbindung zu diesem Staat hat, dass du seine Steuervorschriften einhalten musst.
In Kanada liegt die Schwelle bei 30.000 CAD, einige Provinzen haben aber eigene Regeln. In Saskatchewan gibt es keine Schwelle, dort musst du dich ab der ersten Transaktion für die PST registrieren, und British Columbia hat eine eigene Schwelle von 10.000 CAD.
Steuerschwellen in Europa
In der Europäischen Union musst du ab der ersten Transaktion Steuer berechnen. Höhe und Meldeweg kannst du aber an der Jahresumsatzschwelle von 10.000 € (ohne VAT) ausrichten.
Was heißt das? Liegt dein Umsatz darunter, kannst du den Satz deines eigenen Landes berechnen statt den des Kundenlands. Du behandelst jeden Auslandsverkauf wie einen Inlandsverkauf. Erst wenn du diesen Betrag überschreitest, musst du dich in den Ländern registrieren, in die du verkaufst, und den dortigen Satz anwenden.
Beispiel: Du sitzt in Frankreich, deine Kunden kommen aus Ungarn. Bleibt dein Umsatz unter 10.000 €, kannst du den französischen Satz von 20 % berechnen statt der 27 %, die in Ungarn gelten.
Auch einige europäische Länder haben Steuerschwellen:
- Norwegen - 50.000 NOK
- Andorra - 40.000 €
- Bosnien und Herzegowina - 50.000 BAM
- Island - 2.000.000 ISK
In der Schweiz liegt die Schwelle bei 100.000 CHF, sie gilt allerdings für den weltweiten Gesamtumsatz.
Das Vereinigte Königreich kennt keine Steuerschwelle - dort musst du dich ab der ersten Transaktion für VAT registrieren.
💡Bei Easytools gibt es eine Funktion, mit der du den Verkauf in Länder mit sofortiger Steuerpflicht abschalten kannst. Das bringt Ruhe, weil du dich von Anfang an nicht um Registrierung und Steuern kümmern musst. Meist sind es ohnehin eher exotische Länder, in die du kaum verkaufst oder die nur einen Bruchteil ausmachen. Die Ausnahmen sind Europa (OSS) und Großbritannien - hier lohnt es sich, zuerst über eine Registrierung nachzudenken. Wir haben passende Anleitungen, und es ist nicht so schwer. Außerdem empfehlen wir dir gern Dienstleister, die alles für dich übernehmen.
Steuerschwellen in anderen Teilen der Welt
Steuerschwellen gibt es in vielen Steuergebieten weltweit. Die Grenzen unterscheiden sich natürlich, aber wer unter einem bestimmten Betrag bleibt, umgeht Registrierung und Meldung.
- Australien - 75.000 AUD
- Ägypten - 500.000 EGP
- Indonesien - 600.000.000 IDR
- Japan - 10.000.000 ¥
- Malaysia - 500.000 MYR
- Neuseeland - 60.000 NZD
- Singapur - 100.000 SGD
- Thailand - 1.800.000 THB
Steuerschwellen machen vieles einfacher, denn oft musst du auf deine Produkte gar keine Steuer aufschlagen. Häufig geht es nur darum, deine Umsätze je Steuergebiet im Blick zu behalten, damit sie den Betrag nicht überschreiten. Und selbst wenn du die Grenze reißt, ist die Meldung all dieser Transaktionen nicht so abschreckend, wie sie zunächst wirkt.
💡 In der Praxis behält Easytools diese Schwellen für dich im Auge! Wir zählen die Umsätze je Land sorgfältig zusammen und gleichen sie mit den Steuerschwellen ab. Näherst du dich einer Schwelle, benachrichtigen wir dich per E-Mail. Dann kannst du dich registrieren und die Steuer abführen oder das Land für den Rest des Jahres vom Verkauf ausnehmen. Es gibt auch eine Funktion, die den Verkauf in Ländern nahe der Schwelle automatisch abschaltet. Voller Komfort!
💡 Musst du Angst haben, durch das Ausschließen von Ländern Umsatz zu verlieren? Nach unserer Erfahrung nicht wirklich. Das Ausschließen eines Landes bedeutet nur, dass es aus der Liste im Warenkorb verschwindet, nicht dass etwas komplett blockiert wird.

Merchant of Record und Steuerschwellen: eine unglückliche Beziehung
Viele Creator greifen aus Angst vor Steuer-Compliance zu einem Merchant of Record (MoR) wie Lemon Squeezy, Paddle oder Gumroad. In diesem Modell verkauft der MoR deine Produkte und übernimmt sämtliche Steuern. Klingt großartig, oder?
Das Problem: Sobald du Steuerschwellen verstehst, merkst du, dass du so weniger verdienst. Ein MoR hat die Schwellen in allen Steuergebieten längst überschritten, weil er für Tausende Verkäufer auftritt.
Stell dir vor, du verkaufst nur in den USA oder einem anderen Land mit Steuerschwellen und bleibst unter den Grenzen. Dann musst du dich nicht registrieren, keine Steuer berechnen, keine Erklärungen abgeben und nichts abführen. Einfacher und profitabler, oder?
Sicher, in manchen Fällen ist ein MoR sinnvoll. Aber wenn du als einzelner Verkäufer die Schwellen nicht überschreitest - warum solltest du überhaupt darüber nachdenken?
Wenn du mehr dazu lesen und ein konkretes Rechenbeispiel sehen willst, wie viel weniger du mit einem MoR verdienst, schau hier.
Bis hierhin haben wir viel abgedeckt. Fassen wir kurz zusammen, bevor es weitergeht:
✅ Als Creator kannst du weltweit verkaufen, musst aber die Verbrauchsteuer auf deine Preise aufschlagen.
✅ Die Verbrauchsteuer tritt unter verschiedenen Namen auf - VAT, GST, Sales Tax. Die Sätze hängen vom Land beziehungsweise Steuergebiet ab.
✅ Grundsätzlich schlägst du den Satz auf, der im Land deines Kunden gilt. Das eingenommene Geld führst du an die zuständige Behörde ab.
✅ Es gibt Regeln, die dich von der Steuerpflicht befreien, etwa Steuerschwellen. Bleibst du darunter, musst du keine Steuer aufschlagen.
Jetzt sehen wir uns an, wie Registrierung, Erklärungen und Zahlung funktionieren - der etwas trockenere Teil. Es sei denn, du füllst gern Formulare aus.
Steuerliche Registrierung
Die steuerliche Registrierung ist in vielen Ländern inzwischen bequem, weil der gesamte Vorgang online läuft. Eine große Erleichterung: alles schnell und ohne das Haus zu verlassen 🙂 Du musst dich weder mit zähen Formalitäten noch mit Behördengängen herumschlagen.
💡Wir arbeiten mit Dienstleistern zusammen, die diesen Vorgang gegen eine kleine Gebühr für dich übernehmen. Sie registrieren dich nicht nur, sondern erstellen und reichen auch die Erklärungen ein. Überschreitest du in mehreren Ländern die Schwellen, verdienst du vermutlich genug, um diesen Service zu rechtfertigen. Du kannst aber auch alles selbst machen.
Registrierung für VAT OSS in der EU
Das ist wahrscheinlich eine der wenigen Registrierungen, die du als Creator wirklich willst. Vermutlich wirst du die EU-Schwellen überschreiten. Erinnerst du dich an die 10.000-€-Grenze? Überschreitest du sie, hast du zwei Möglichkeiten:
- dich in jedem Land registrieren, in das du verkaufst, und dort VAT melden (das wollen wir nicht),
- dich für das VAT-OSS-Verfahren registrieren und Umsätze in der gesamten EU mit einer Quartalserklärung melden.
Die Registrierung für VAT OSS ist freiwillig. Du entscheidest, ob du das vereinfachte Verfahren nutzt oder in jedem Land einzeln meldest. Du kannst dich auch vor Überschreiten der Schwelle registrieren - eine gute Lösung, wenn du weißt, dass du die Grenze reißt und dir das Mitzählen sparen willst, oder wenn die Sätze in den Ländern deiner Kunden günstiger sind.
💡Wir empfehlen genau das: dich sofort für OSS zu registrieren, noch bevor du mit dem Verkauf beginnst. Überschreitest du die 10.000 € ohne Registrierung, wird es später komplizierter.
Mit VAT OSS meldest und zahlst du die Steuer in einem Mitgliedstaat, statt dich in jedem Land zu registrieren und dort Erklärungen abzugeben. Sitzt dein Unternehmen in einem Mitgliedstaat, registrierst du dich in deinem Land (EU-Verfahren). Kommst du von außerhalb der EU, kannst du einen beliebigen Mitgliedstaat wählen (Nicht-EU-Verfahren).
💡 Der Staat, in dem du dich registrierst, heißt Identifikationsstaat, die Staaten, in die du verkaufst, heißen Verbrauchsstaaten.
💡 Unternehmen von außerhalb der EU wird meist empfohlen, sich bei der irischen Steuerbehörde zu registrieren: einfacher Ablauf, gut funktionierende Online-Anwendungen, und alles auf Englisch.
Der Ablauf unterscheidet sich je Land, doch überall gibst du Grunddaten zu deinem Unternehmen an: Steuernummer, Firmenname, Geschäftsadresse, Kontaktdaten und Bankverbindung für die Abrechnung mit dem Finanzamt.
⚠️ Gut zu wissen: Im EU-Verfahren wird keine neue VAT-Nummer vergeben, es gilt deine bestehende nationale Nummer. Im Nicht-EU-Verfahren weist dir das Land der Registrierung eine eigene VAT-Identifikationsnummer zu.
Du kannst auch einen Vertreter benennen, doch Registrierung und die vierteljährliche Erklärung sind nicht besonders kompliziert. Zumal Systeme wie Easytools dir alle nötigen Angaben liefern - du füllst die Erklärung damit aus und leistest eine Zahlung.
Den Ablauf der VAT-OSS-Registrierung haben wir in diesem Guide beschrieben.
Registrierung für VAT im Vereinigten Königreich
Eine weitere Registrierung, die sich ab der ersten Transaktion lohnt, ist die im Vereinigten Königreich. Der EU-Austritt hat einiges durcheinandergebracht, auch steuerlich. Zum Glück gibt es eine Online-Registrierung unter: https://www.gov.uk/log-in-register-hmrc-online-services.
HM Revenue & Customs (HMRC) erlaubt:
- die Online-Registrierung,
- die Registrierung per Post an HMRC.
Du kannst auch einen Agenten, Mitarbeiter oder eine andere bevollmächtigte Person damit beauftragen, sogar eine Bekannte. Wir empfehlen aber, es selbst zu machen, denn wie bei VAT OSS ist die Meldung im Vereinigten Königreich unkompliziert.
Der Antrag dauert nur wenige Minuten. Er besteht aus 6 Schritten, und wenn dir jemand hilft, kommt ein zusätzlicher Abschnitt mit dessen Angaben dazu. Bei der Registrierung gibst du Grunddaten zu deinem Unternehmen an, wählst SIC-Codes, die deine Tätigkeit beschreiben, schilderst deine Produkte und Leistungen, nennst deine Website und lädst Nachweise zu deiner Identität hoch.
HMRC braucht meist etwa eine Woche für die Bearbeitung. Die Bestätigung findest du in deinem Online-Konto. Nach der Registrierung erhältst du eine 9-stellige VAT-Nummer, die auf allen Rechnungen stehen muss, dazu Informationen zur Frist für deine erste Erklärung und Zahlung sowie die Bestätigung des Registrierungsdatums.
Mehr dazu findest du unter diesem Link. Dort beschreiben wir den Ablauf im Detail.
Registrierung für Sales Tax in den USA
Die USA sind komplizierter, denn nicht nur jeder Bundesstaat hat eigene Vorschriften, auch lokale Behörden wie Counties legen eigene Verfahren und Steuern fest.
Zum Glück sind die Schwellen hoch, bis zu 500.000 $ in Kalifornien, und manche Staaten wie Delaware haben gar keine Sales Tax. Im Schnitt kannst du in den gesamten USA mehrere Millionen Dollar im Jahr umsetzen, ohne dich für die Sales Tax registrieren zu müssen.
Die USA arbeiten an einem System, das Registrierung und Meldung vereinfachen soll. Aktuell kannst du dich über ein einziges Verfahren gleichzeitig in allen 24 Staaten registrieren, die am vereinfachten SSUTA (Streamlined Sales Tax Registration System) teilnehmen. Vermutlich kommen bald weitere Staaten dazu.
Das System hat allerdings einen erheblichen Nachteil. Registrierst du dich für SSUTA, musst du auch in Staaten Steuern zahlen, in denen du die Schwelle nicht überschritten hast, in denen du also keinen Nexus hast. Das ist SSUTA egal - wer registriert ist, meldet in allen 24 Staaten.
Die Registrierungsschwellen sind allerdings so hoch, dass US-Steuern für dich kaum ein Thema sein dürften. Versteh uns nicht falsch: Es geht nicht darum, dass wir deinen Produkten oder deinem Gewinnpotenzial nichts zutrauen.
Aber 100.000 $ in jedem einzelnen Staat sind wirklich eine Hausnummer. Zumal du die Schwellen kaum überschreiten wirst, wenn deine Kunden über die USA verstreut sind und du dich nicht auf einen Ort konzentrierst - und sie setzen sich jedes Jahr zurück.
Steuererlaubnis - Sales Tax License
Angenommen, du hast die Schwelle überschritten. Dann brauchst du zuerst eine gültige Sales Tax License. Du bekommst sie online, die Nummer meist sofort, spätestens innerhalb von 10 Werktagen. Bei der Registrierung gibst du Kontaktdaten, deine Sozialversicherungsnummer und deine Unternehmensform an.
Sobald du die Erlaubnis hast, kannst du Steuer berechnen.
Informationen zu Steuern in den USA findest du unter diesem Link.
Hier beschreiben wir kurz alle 50 Bundesstaaten.
Registrierung für GST in Kanada
In Kanada registrierst du dich für GST/HST. Hast du zusätzlich Kunden in einer der 4 Provinzen mit eigenen Steuern, musst du dich dort separat anmelden. Es geht um British Columbia, Saskatchewan, Québec und Manitoba.
Überall kannst du dich online registrieren, Details findest du auf der Regierungsseite hier.
Für GST/HST gibt es eine vereinfachte Registrierung, und du brauchst kein kanadisches Bankkonto - du kannst die Steuer sogar in Euro zahlen! Der Nachteil der vereinfachten Registrierung: Du kannst gezahlte Steuer nicht erstattet bekommen. Wenn du außerhalb Kanadas lebst und dort nichts einkaufst, dürfte das aber egal sein, oder?
Hier die Links zu den Registrierungsverfahren:
Wie sonst auch gibst du Grunddaten zu dir, deinem Unternehmen und deinen Produkten und Leistungen an. Das kanadische System verlangt keinen örtlichen Steuervertreter. Du kannst alles selbst erledigen.
Registrierung für GST in Australien
Australien kennt zwei Wege für ausländische Verkäufer - den vereinfachten und den normalen. Der erste ist für Verkäufer aus anderen Ländern gedacht, doch wie in Kanada kannst du dabei keine Vorsteuer geltend machen. Wenn dir in Australien ohnehin keine Kosten entstehen, dürfte das egal sein, oder?
Zuerst legst du ein Konto bei AUSid an, mit dem du dich registrierst, meldest und die GST zahlst. Danach meldest du dich in den Online-Diensten für Nichtansässige an. Über AUSid registrierst du dich dann für die vereinfachte GST.
Die Registrierung ist sehr geradlinig und verlangt nur wenige Angaben, du musst nicht einmal deine Identität nachweisen. Danach erhältst du eine Australian Reference Number (ARN), die dich im System identifiziert.
Steuerliche Registrierung in anderen Teilen der Welt
In anderen Regionen läuft es ganz ähnlich. In der Regel registrierst du dich online, vielerorts geht es auch per E-Mail oder klassisch per Post. Letzteres ist umständlich und langwierig, aber eine Wahl zu haben ist schön, oder? 😀
Nach der Registrierung bekommst du meist eine Steuernummer - je nach Ort mit anderem Namen und Format. Die Länder bieten außerdem gut zugängliche Portale, in denen du alles findest, was du für deine Pflichten brauchst: vor allem Erklärungen ausfüllen und einreichen sowie deine Kontodaten verwalten.
Leider verlangen die Behörden mancherorts einen örtlichen Steuervertreter. Dazu zählen:
- Albanien
- Indien
- Japan
- Serbien
Wie berechnest und ziehst du die Steuer richtig ein?
Wie erwähnt gilt: Bei digitalen Produkten und Leistungen berechnest du den Satz, der im Land deines Kunden gilt. Natürlich unter bestimmten Bedingungen, denn wie du inzwischen weißt: Bleibst du unter den Steuerschwellen, musst du gar keine Steuer aufschlagen.
💡 Hast du in einem Land die Schwelle nicht überschritten, wendet Easytools für deine Kunden automatisch einen Satz von null an. Erst nach Überschreiten berechnen wir die passende Steuer.
Knifflig wird der richtige Satz dort, wo mehrere Ebenen greifen, wo also neben der nationalen oder staatlichen Verbrauchsteuer noch lokale Steuern dazukommen. Du denkst an Kanada? Genau richtig. Neben der GST kommen dort die Provinzsteuern in den Endpreis.
Zum Glück ist das mit Easytools nicht schwer. Anhand von Kundenstandort und Produktart berechnet das System den passenden Satz automatisch. Du musst dich nicht damit befassen, welche Steuer für Kunden aus Taiwan, Österreich, der Slowakei oder Island gilt.
Im Warenkorb entscheiden deine Kunden außerdem, ob sie privat (B2C) oder geschäftlich (B2B) kaufen. Steuerlich gelten dann andere Regeln - bei B2B greift meist das sogenannte Reverse-Charge-Verfahren.
💡 Reverse Charge ist ein Mechanismus für B2B-Geschäfte, der die Meldepflicht vom Verkäufer auf den Käufer verlagert. Der Verkäufer weist also keine Steuer auf der Rechnung aus, und der Käufer meldet sie nach den Vorschriften seines Landes selbst. Der Mechanismus wird oft bei internationalen Geschäften genutzt, besonders innerhalb der EU, kommt aber auch in anderen Regionen vor, etwa in Asien.
Will ein Kunde geschäftlich kaufen, muss er die passende Umsatzsteuer-Identifikationsnummer angeben, und das System prüft, ob sie gültig und korrekt ist. So vermeidest du Probleme und Fehler, die dich Geld und Zeit kosten. Warum? Gibt ein Kunde eine veraltete, falsche oder erfundene Nummer an, wird sie nicht geprüft und die Transaktion läuft über Reverse Charge, bleibst du am Ende wahrscheinlich auf der Steuer sitzen.
💡Bei Easytools nutzen wir mehrere Prüfsysteme für Umsatzsteuer-IDs, in der Europäischen Union etwa VIES. Wir prüfen die Unternehmensdaten deiner Kunden an vielen Orten automatisch und füllen ihre Adressdaten im Warenkorb aus, sodass sie das nicht selbst tun müssen - das steigert die Conversion.
Standortnachweis
Viele Steuergebiete verlangen von Verkäufern, den Standort ihrer Kunden nachzuweisen. Du musst belegen können, dass du einem französischen Kunden korrekt 20 % VAT berechnet hast.
Solche Vorschriften gelten zum Beispiel in der Europäischen Union. Dort brauchst du zwei Nachweise: etwa die Rechnungsadresse, den Sitz der Bank, die IP-Adresse oder das Ausgabeland der Kreditkarte. Bleibst du unter der erwähnten Umsatzschwelle von 10.000 €, reicht ein Nachweis - er darf aber nicht direkt vom Kunden stammen, sondern muss von einem Dritten kommen, etwa einer Bank. Standortnachweise musst du bis zu 10 Jahre aufbewahren!
💡 In unserem Fall übernimmt das zum Glück Stripe als Zahlungsanbieter. Die Nachweise liegen im Stripe-Panel. Ein zusätzlicher Nachweis wird außerdem im Warenkorb gespeichert.
Solche Pflichten kennen viele Steuergebiete - Kanada, Australien, die Schweiz… Selbst wenn ein Land diese Dokumentation nicht verlangt, ist es klug, sie zu führen.
Belege für Transaktionen: Was musst du vorbereiten?
Neben Standortnachweisen musst du die passenden Verkaufsbelege ausstellen - Rechnungen oder Quittungen. Das ist ein wichtiger Teil deines Geschäfts, weil es den Verkauf dokumentiert und Fehler vermeidet, die zu Prüfungen oder Bußgeldern führen können. Achte auf Richtigkeit und bewahre sie nach den gesetzlichen Vorgaben auf.
Nicht alle Länder verlangen Rechnungen. Viele Steuergebiete lassen Quittungen zu, wenn der Transaktionswert einen bestimmten Betrag nicht übersteigt. Im Vereinigten Königreich reicht eine Quittung bei Produkten unter 250 £, in Irland unter 100 €.
💡Rechnung und Quittung sind zwei verschiedene Dokumente mit verschiedenen Zwecken. Eine Rechnung kann deutlich mehr Angaben enthalten, etwa detaillierte Kundendaten. Du kannst sie vor Zahlungseingang ausstellen, während eine Quittung erst nach der Zahlung entsteht. Auf Basis von Rechnungen können Unternehmen die gezahlte Steuer abziehen.
Was gehört auf eine Rechnung? Das hängt vom Steuergebiet ab, doch bestimmte Angaben sind auf jedem Dokument nötig, ganz gleich ob du nach Japan oder in die Niederlande verkaufst.
Eine Rechnung sollte enthalten:
- Name und Anschrift deines Unternehmens,
- deine Steuernummer,
- Name und Anschrift des Käufers,
- die Umsatzsteuer-ID des Kunden, wenn es ein B2B-Geschäft ist,
- eine eindeutige Rechnungsnummer,
- das Datum - üblicherweise das Erstellungsdatum,
- eine Aufstellung der Produkte und Leistungen, untereinander gelistet, möglichst mit Preisen und Steuern,
- den Steuerbetrag,
- den Gesamtbetrag,
- Zahlungsbedingungen, etwa Fälligkeit und Zahlungsweg,
- Rabatte.
Rechnungen und Quittungen sind letztlich der Nachweis, dass du etwas verkauft und die passende VAT, GST oder Sales Tax berechnet hast.
💡Nutzt du Easybilling, stellen wir automatisch eine vorschriftskonforme Rechnung aus und übersetzen sie sogar für deinen Kunden. Du kannst außerdem bequem einen Bericht mit allen Rechnungen sowie die PDF-Dateien herunterladen. Wir helfen dir auch bei einer Rechnungsübersicht, die dein Steuerberater in sein Programm importieren kann.
Musst du Unterlagen aufbewahren?
Unterlagen zu führen ist nicht nur eine Frage der Ordnung. Es sorgt vor allem für Ruhe, falls die Finanzbehörden prüfen. Wer alle Standortnachweise und Verkaufsbelege hat, schläft ruhig.
Außerdem liegt das gar nicht in deinem Ermessen: Viele Steuergebiete schreiben Aufbewahrungsfristen vor. VAT-OSS-Unterlagen musst du 10 Jahre aufbewahren, in Kanada sind es 6 Jahre.
Das ist weniger aufwendig, als es klingt: Wer dein Produkt kauft, bekommt eine digitale Quittung oder Rechnung, und das wird im System erfasst. Berichte lassen sich archivieren. Auch Standortnachweise sammelst du automatisch, weil deine Kunden diese Angaben beim Kauf im Checkout machen. Du musst all das nur speichern und bei Bedarf bereitstellen.
Wir haben einen weiten Weg zurückgelegt, oder? Bleiben noch zwei wichtige Themen: Erklärungen und Zahlung.
Steuererklärungen
In diesem ganzen Steuerapparat bist du im Grunde nur ein Vermittler, der berechnet, einzieht und an die zuständige Behörde abführt. Natürlich musst du die passende Erklärung ausfüllen und angeben, wie viel du verkauft, wie viel Steuer du eingenommen und wie viel du davon abzuführen hast.
Viele Steuergebiete haben für ausländische Anbieter eine vierteljährliche Meldung eingeführt. Das heißt etwas weniger Bürokratie. 4 Erklärungen sind schließlich besser als 12… Manche Länder lassen dir die Wahl - monatlich, vierteljährlich oder jährlich. Für Letzteres musst du meist bestimmte Bedingungen erfüllen, im Vereinigten Königreich etwa nur bei einem geschätzten steuerpflichtigen Umsatz von höchstens 1,35 Millionen £.
Wir empfehlen die vierteljährliche Meldung - sie ist bequem und lässt dich Umsätze und Steuern enger verfolgen. Auch die Behörden bevorzugen diesen Rhythmus und empfehlen ihn.
VAT-OSS-Erklärungen
Wie oft du meldest, hängt vom Land ab, in dem dein Unternehmen registriert ist. In der Regel wird vierteljährlich gemeldet, mindestens aber einmal jährlich.
Die Europäische Union hat festgelegt, was eine VAT-OSS-Erklärung enthalten muss. Die Formulare unterscheiden sich je nach Identifikationsstaat leicht. In jedem Fall enthält die Erklärung aber Angaben zu Lieferungen und Leistungen je Staat, die geschuldete Umsatzsteuer für jedes Land, in das du verkauft hast, und den Gesamtbetrag über alle Länder.
⚠️ WICHTIG: Selbst wenn du in einem Meldezeitraum nichts verkauft hast, musst du eine Erklärung abgeben. Das ist die sogenannte “Nullmeldung”.
Alle Erklärungen im VAT-OSS-System reichst du online ein, und das System berechnet, wie viel du zahlen musst. Danach leistest du nur eine Zahlung an den Identifikationsstaat, der den Betrag an die jeweiligen Verbrauchsstaaten verteilt.
Beim Ausfüllen musst du eine bestimmte Währung verwenden. Grundsätzlich sind das Euro, doch Länder ohne Euro können ihre Landeswährung verlangen.
💡Die Daten für deine Erklärung bekommst du als Bericht, wenn du Easybilling nutzt. Darin steht, wie viel du im Quartal in welches Land verkauft hast. Du überträgst diese Daten in die Erklärung, zahlst den berechneten Gesamtbetrag auf ein Konto - fertig!
VAT-Erklärungen im Vereinigten Königreich
Im Vereinigten Königreich kannst du monatlich, vierteljährlich oder jährlich melden. HMRC empfiehlt ausländischen Verkäufern den vierteljährlichen Rhythmus. Üblicherweise reichst du innerhalb von 1 Kalendermonat und 7 Tagen nach Ende des Meldezeitraums ein. Die Erklärung für das 1. Quartal, das am 31. März endet, ist also bis zum 7. Mai fällig.
Wie in der EU musst du auch hier eine Erklärung abgeben, selbst wenn du nichts verkauft hast. Wir nennen das “Nullmeldung”.
Die Erklärung reichst du online ein und füllst sie in britischen Pfund (GBP) aus. Auch wenn du in einer anderen Währung verkaufst, etwa EUR oder USD, musst du in GBP umrechnen. Auch die Zahlung an HMRC erfolgt in GBP.
Nach dem Einreichen erhältst du eine Referenznummer als Bestätigung. Die Zahlungsanweisungen findest du in deinem Konto.
Sales-Tax-Erklärungen in den USA
In den USA gibst du in jedem Staat eine Erklärung ab, in dem du die Schwelle überschritten hast und Nexus besitzt. Selbst ohne Umsätze musst du als registrierter Steuerpflichtiger eine Nullmeldung abgeben.
Wie bei den Sätzen unterscheiden sich die Erklärungen je Steuergebiet. Einige Bestandteile sind aber überall gleich:
- die Summe aller steuerpflichtigen Umsätze,
- die dabei eingenommene Sales Tax,
- deine Steuernummer.
Das Ausfüllen dauert meist nur wenige Minuten, denn wenn du Plattformen wie Easytools nutzt, sammeln wir alle Daten für dich. Du trägst sie in die passenden Felder ein, reichst ein und zahlst.
Gemeldet wird monatlich, vierteljährlich oder jährlich. Jeder Staat setzt eigene Fristen. Bei der Registrierung erfährst du, wie oft du melden musst. Bei niedrigen Umsätzen ist die Frequenz meist geringer. Monatliche Erklärungen verlangt man üblicherweise von Unternehmen mit sehr hohen Gewinnen. Die Frequenz kann sich ändern, sie gilt nicht auf Lebenszeit.
GST-Erklärungen in Kanada
Nutzt du die vereinfachte GST/HST, meldest du vierteljährlich. Dafür hast du einen Monat nach Ende des Meldezeitraums Zeit. Die Erklärung reichst du online über GST/HST NETFILE ein. Bist du für die normale GST/HST registriert, hängt die Frequenz von deinem Umsatz ab.
In deinen Erklärungen meldest du:
- die aus deinen Verkäufen eingenommene oder geschuldete GST/HST,
- Korrekturen oder Erstattungen für zu viel gezahlte Steuer,
- uneinbringliche Beträge, die du als Verlust meldest, etwa wenn ein Kunde seine Rechnung nicht bezahlt hat.
Grundsätzlich erfolgen Erklärung und Zahlung in kanadischen Dollar, du kannst aber beantragen, in einer Fremdwährung zu zahlen - in US-Dollar oder Euro.
Wieder eine ordentliche Portion Information, oder? Fassen wir die Kernpunkte zusammen, wie schon zuvor:
✅ Verkaufst du in Länder ohne Steuerschwellen oder überschreitest du die Schwelle, musst du dich steuerlich registrieren.
✅ Die Registrierung läuft online, und die Abrechnung mit den örtlichen Behörden erledigst du über dein Online-Konto.
✅ In der Regel gibst du vierteljährliche Erklärungen ab, manche Steuergebiete erlauben auch jährliche oder monatliche Meldungen.
✅ In den Erklärungen gibst du Umsatz und die von Kunden gezahlte Steuer (VAT, GST, Sales Tax) an, die du an die zuständigen Behörden “zurückgibst”.
✅ Du musst sorgfältig dokumentieren, also Standortnachweise sowie Rechnungen und Quittungen aufbewahren.
Wir hoffen, du hast von der Menge an Informationen keine Kopfschmerzen bekommen und verstehst jetzt in groben Zügen, wie Steuern weltweit funktionieren und welche Pflichten daraus für dich entstehen 🙂
Wenn du dich jetzt fragst, wie du das alles allein stemmen sollst - wir versichern dir: Es ist machbar, und wirklich nicht so schwer.
Wie behältst du deine steuerlichen Pflichten im Blick?
Steuerthemen anzugehen ist eine echte Herausforderung, aber Easytools hilft dir mit Easybilling bei praktisch allen entscheidenden Punkten:
- den passenden Steuersatz automatisch anhand des Kundenstandorts berechnen,
- Rechnungen und Quittungen nach den Vorgaben der einzelnen Steuergebiete ausstellen und automatisch an deine Kunden schicken,
- die Umsatzsteuer-IDs von Kunden automatisch prüfen, die geschäftlich kaufen wollen,
- Standortnachweise sammeln und speichern (gemeinsam mit Stripe),
- dich über das Überschreiten von Steuerschwellen informieren,
- dich per Hinweis über Steueränderungen auf dem Laufenden halten.
💡Dazu kommen weitere praktische Funktionen, etwa den Verkauf in Länder automatisch abzuschalten, in denen du kurz vor der Schwelle stehst, oder Länder mit sofortiger Steuerpflicht (also ohne Schwellen) vom Verkauf auszunehmen.
Mit Easytools regelst du dieses Thema bequem selbst. Du brauchst keinen Merchant of Record, denn dank der Steuerschwellen bist du an vielen Orten vom Steuereinzug befreit, unter anderem in den gesamten USA.
Und der Verkauf in Europa? Das ist kein Flug zum Mond - mit dem VAT-OSS-Verfahren meldest du Transaktionen in der gesamten Europäischen Union mit einer einzigen Quartalserklärung.
Natürlich gibt es Ausnahmefälle, etwa wenn du eine Steuerbefreiung erreichen willst, weil deine Waren oder Leistungen dafür infrage kommen. Bildungsleistungen sind im Vereinigten Königreich unter bestimmten Bedingungen von der VAT befreit. Das ist aber kein Geheimwissen - du kannst es auf den Seiten der Behörden nachlesen und im Zweifel die Finanzbehörde anschreiben oder anrufen.
Du kannst auch einen der von uns empfohlenen Dienstleister beauftragen, der alles für dich übernimmt.
Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung
Dieser Artikel dient ausschließlich Bildungszwecken und stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Die Informationen im Text sollen allgemeine Orientierung und Wissen zu rechtlichen und steuerlichen Themen vermitteln. Für eine professionelle, auf deine Situation zugeschnittene Beratung wende dich bitte an einen Steuerberater.